Langes, wie eine üppige Mähne herabfallendes Fell und tiefe Falten im flachen Gesicht – das einzigartige Aussehen des Pekingese bewahrt die Würde des alten chinesischen Kaiserhauses, erfordert aber gleichzeitig besondere Aufmerksamkeit für die Hautgesundheit. Die Haut zwischen den Gesichtsfalten und unter dem dichten Doppelfell neigt zu Feuchtigkeitsansammlung, die Bakterienwachstum, Entzündungen und eine Verschlimmerung von Atopie begünstigen kann.
01Pekingese-Haut – warum ist sie besonders empfindlich?
Pekingesen entwickeln aufgrund ihrer rassetypischen brachyzephalen (kurzköpfigen) Gesichtsstruktur mit flachem Gesichtsprofil ausgeprägte Hautfalten (facial folds) im Bereich der Nase, unter den Augen und rund um das Maul. Zwischen diesen Falten ist die Luftzirkulation erschwert, und Speichel, Tränenflüssigkeit sowie Futterreste sammeln sich dort an – ein ideales Milieu für die Vermehrung von Bakterien und Hefepilzen.
Darüber hinaus ist das lange, üppige Doppelfell, das den gesamten Körper bedeckt, zwar hervorragend für die Wärmeregulation, behindert jedoch die Belüftung der Hautoberfläche und fängt leicht Allergene (Pollen, Hausstaubmilben) ein, wodurch das Risiko für atopische Dermatitis erhöht wird. Tatsächlich gehören Pekingesen zu den Rassen, bei denen Malassezia-Hefeinfektionen und Kontaktdermatitis häufig vorkommen.
Mit einem Gewicht von 3–6 kg sind sie klein und bodennah, sodass das Fell an Bauch und Brust beim Spaziergang direkt mit Bodenfeuchtigkeit und Grasallergenen in Kontakt kommen kann, was Hautreizungen auslösen kann. In den feucht-warmen Sommermonaten können sich die Symptome zusätzlich verschlimmern.
02Faltenpflege ist der erste Schritt zur Hautgesundheit
Der Schlüssel zur Hautpflege bei Pekingesen ist die Sauberhaltung der Gesichtsfalten. Reinigen Sie einmal täglich sanft die Nasenfalten und die Falten unter den Augen mit weicher Gaze oder milden, speziell für Hunde entwickelten Feuchttüchern, um Sekrete und Feuchtigkeit zu entfernen. Nach dem Reinigen müssen die Falten vollständig getrocknet werden. Bei Bedarf können Sie eine kleine Menge feines Maisstärkepulver (Cornstarch) auftragen, um Feuchtigkeit zu absorbieren.
Wenn die Falten gerötet sind, unangenehm riechen oder Nässen zeigen, kann dies ein frühes Anzeichen für eine bakterielle oder Hefepilzinfektion sein. In diesem Fall wird ein umgehender Tierarztbesuch empfohlen. Zur Vorbeugung kann auch die Verwendung von milden antibakteriellen Tüchern 1-2 Mal pro Woche hilfreich sein.
Checkliste für die Faltenreinigung
- Täglich morgens oder abends zu einer festen Zeit reinigen
- Nach dem Reinigen mit trockener Gaze noch einmal abtupfen und trocknen
- In Richtung der Falten gründlich bis ins Innere reinigen
- Bei roten Flecken, Geruch oder Nässen sofort den Tierarzt konsultieren
03Wie pflegt man die Haut unter dem langen Doppelfell?
Die Unterwolle (Undercoat) des Pekingesen ist sehr dicht, wodurch sich leicht Verfilzungen bilden können. Unter verfilztem Fell kann die Haut wund werden oder es können Hot Spots (akute feuchte Dermatitis) entstehen. Tägliches Bürsten ist keine Option, sondern ein Muss. Verwenden Sie eine Slicker-Bürste zusammen mit einer Kissen-Pin-Bürste, um die Unterwolle sanft zu entwirren.
Baden Sie alle 2–3 Wochen mit einem milden, hypoallergenen Shampoo und achten Sie auf gründliches Ausspülen und Trocknen. Shampoo-Rückstände oder Feuchtigkeit auf der Haut können Atopie verschlimmern. Trocknen Sie das Fell daher nach dem Handtuchtrocknen mit einem lauwarmen Föhn vollständig bis zur Unterwolle. Besonders Achselhöhlen, Leistengegend und der Bereich hinter den Ohren neigen dazu, Feuchtigkeit zu speichern – kontrollieren Sie diese Stellen sorgfältig.
Im Sommer kann das Trimmen des Fells an Bauch und Innenseite der Beine die Belüftung verbessern und den Kontakt mit Allergenen reduzieren. Allerdings sollte die Haut nicht direkt freigelegt werden, da sie sonst UV-Strahlung ausgesetzt sein könnte – eine angemessene Länge sollte beibehalten werden.
04Atopie-Symptome, Früherkennung und Heimpflege
Bei Pekingesen treten häufig folgende Symptome einer atopischen Dermatitis auf:
- Wiederholtes Lecken oder Kratzen zwischen den Zehen, an den Ohren, am Bauch und in den Achselhöhlen
- Gerötete Haut und vermehrte Schuppenbildung
- Bräunliche Verfärbung des Fells (Pigmentierung durch Speichel)
- Stärkerer Hautgeruch als gewöhnlich
Bei Atopie ist Langzeitmanagement wichtiger als eine vollständige Heilung. Um Umweltallergene (Hausstaubmilben, Pollen) zu reduzieren, sollten Bettwaren mindestens einmal wöchentlich gewaschen, ein Luftreiniger verwendet und nach Spaziergängen Pfoten und Bauch mit lauwarmem Wasser abgespült werden, um Allergene zu entfernen.
Wenn eine Futtermittelallergie vermutet wird, kann in Absprache mit dem Tierarzt eine Monoprotein- oder hypoallergene Diät ausprobiert werden. Einige Tierhalter ergänzen mit Omega-3-Fettsäuren oder verwenden Heimpflegelösungen, die die Hautbarriere stärken können (z. B. ANITOK Hair), jedoch wird die Anwendung grundsätzlich erst nach tierärztlicher Diagnose empfohlen.
05Verbesserung der Innenraumumgebung und Lebensgewohnheiten
Pekingesen sind hitzeempfindlich und als brachyzephale Rasse mit empfindlichen Atemwegen sollte die Raumtemperatur bei 22–24 °C und die Luftfeuchtigkeit bei 40–60 % gehalten werden, was auch für die Hautgesundheit vorteilhaft ist. Zu trockene Luft kann die Hautbarriere schädigen, während zu hohe Luftfeuchtigkeit die Vermehrung von Bakterien beschleunigt.
Verwenden Sie zur Bodenreinigung milde Reinigungsmittel und vermeiden Sie Reizstoffe wie Raumsprays, Duftkerzen oder Zigarettenrauch. Pekingesen haben einen empfindlichen Geruchssinn und kurze Atemwege, wodurch sie besonders sensibel auf solche chemischen Reizstoffe reagieren können.
Vermeiden Sie beim Spaziergang heißen Asphalt oder mit Herbiziden behandelte Rasenflächen und gewöhnen Sie sich an, nach der Rückkehr Pfotenballen, Bauch und Innenseiten der Beine mit einem feuchten Tuch abzuwischen, um äußere Allergene zu entfernen. Diese kleine Routine kann das Wiederauftreten von Atopie erheblich reduzieren.
06Haut durch Ernährung und Immunmanagement schützen
Die Haut ist ein „Spiegel der inneren Gesundheit". Wenn Ihr Pekingese hochwertiges Protein, essenzielle Fettsäuren (Omega-3, Omega-6), Vitamin E, Zink und andere Nährstoffe in ausgewogener Form zu sich nimmt, können die Hautbarrierefunktion und das Immunsystem gestärkt werden, was zur Linderung von atopischen Symptomen beitragen kann.
Wählen Sie Leckerlis möglichst einfach und ohne künstliche Zusatzstoffe. Wenn Sie neue Lebensmittel ausprobieren, führen Sie diese einzeln ein und beobachten Sie allergische Reaktionen in einem Abstand von mindestens 2 Wochen. Besonders Pekingesen neigen aufgrund ihres ausgeprägten Appetits leicht zu Übergewicht, und Übergewicht vertieft die Hautfalten und erhöht das Entzündungsrisiko – daher ist die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts wichtig.
Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist ebenfalls essenziell für die Hautfeuchtigkeit. Stellen Sie stets frisches Wasser bereit, und es ist auch eine gute Methode, Nassfutter zu ergänzen oder das Trockenfutter in Wasser eingeweicht anzubieten.
· Wenn anhaltender Ausfluss, Blutungen oder Geruch in Gesichtsfalten oder auf der Haut auftreten
· Wenn durch starkes Kratzen oder Lecken Haarausfall und Hautverletzungen entstanden sind
· Wenn plötzlich Hautausschlag, Nesselsucht oder Schwellungen auftreten
· Wenn sich die Symptome nach mehr als 2 Wochen häuslicher Pflege nicht verbessern oder verschlimmern
