Der Basset Hound hat nicht nur einen ruhigen und sanften Charakter, sondern auch eine einzigartige Körperstruktur. Besonders die lockeren Lefzen (Flew) und die aktiven Speicheldrüsen führen dazu, dass diese Hunde häufig sabbern, und die langen Ohren kommen oft mit Futter- und Wassernäpfen in Kontakt, wodurch der Maulbereich ständig feucht bleibt. Dieses Milieu beschleunigt die Vermehrung von Bakterien und die Bildung von Zahnstein, weshalb Basset Hound-Halter eine noch sorgfältigere Maulhygiene als bei anderen Rassen gewährleisten müssen.
01Besonderheiten der Maulstruktur beim Basset Hound
Basset Hounds haben aufgrund ihrer locker herabhängenden Lefzen (Flew) und des dicken Speicheldrüsengewebes eine erhöhte Speichelproduktion, wodurch sich Futterreste leicht in den Falten der Lefzen festsetzen können. Zudem ist der Kieferknochen im Verhältnis zur mittelgroßen Statur von 20–29 kg relativ kurz, und die Zähne sind eng angeordnet, sodass sich Zahnstein schnell bis unter den Zahnfleischrand ansammeln kann.
Während der Fütterung können die langen Ohren mit dem Wasser- oder Futternapf in Berührung kommen, sodass die Ohrspitzen nass werden. Diese Feuchtigkeit wird dann auf die Maulregion übertragen und schafft eine Umgebung, in der sich Bakterien vermehren können. Diese strukturellen Besonderheiten erhöhen das Risiko für Parodontitis, Gingivitis und Mundgeruch, weshalb die tägliche Pflege zu Hause von größter Bedeutung ist.
Allgemein zeigen über 80 % der erwachsenen Hunde ab 3 Jahren Anzeichen von Zahnerkrankungen, und bei Basset Hounds kann dieser Anteil aufgrund der rassespezifischen Merkmale noch höher liegen.
02Der Schlüssel zur häuslichen Pflege: Tägliches Zähneputzen
Die Grundlage der Mundgesundheit ist das tägliche Zähneputzen. Einmal täglich, nach dem Abendessen oder vor dem Schlafengehen, sollten Sie die Zahnoberflächen und den Zahnfleischrand Ihres Hundes sanft mit einer speziellen Hundezahnbürste und Hundezahnpasta reinigen. Verwenden Sie niemals Zahnpasta für Menschen. Die Inhaltsstoffe Fluorid und Xylitol können für Hunde giftig sein.
Bei Basset Hounds kann es aufgrund der lockeren Lippenstruktur schwierig sein, mit der Zahnbürste auch zwischen die Lippenfalten zu gelangen. Heben Sie die Lippen vorsichtig mit den Fingern an, um den Übergang zwischen Zahnfleisch und Zähnen zu sehen, und reinigen Sie diese Stellen gründlich. Da Ihr Hund anfangs möglicherweise Abwehr zeigt, empfiehlt es sich, mit kurzen Zeitabschnitten zu beginnen und ihn mit Leckerlis zu belohnen, damit er sich nach und nach daran gewöhnt.
Falls das Zähneputzen schwierig ist, kann auch die Reinigung der Zahnoberflächen mit einer Fingerzahnbürste oder Gaze bei der Entfernung von frühem Plaque helfen.
03Sabbern und Hygiene rund um das Maul
Das Sabbern beim Basset Hound ist ein Rassemerkmal, aber übermäßiger Speichel kann Bakterien aus dem Maul nach außen verteilen und Hautentzündungen oder unangenehme Gerüche verursachen. Wischen Sie nach den Mahlzeiten die Bereiche um das Maul, unter dem Kinn und die Ohrenspitzen sanft mit einem sauberen, trockenen Handtuch ab.
Damit die langen Ohren nicht mit den Näpfen in Berührung kommen, verwenden Sie am besten schmale und tiefe Wasser- und Futternäpfe oder binden Sie die Ohren während der Mahlzeiten nach hinten. Wenn Ohren und Maulbereich häufig feucht sind, steigt das Risiko einer Hefepilzinfektion. Daher ist es ratsam, die Innenseiten der Ohren 2–3 Mal pro Woche vorsichtig mit speziellen Reinigungstüchern für Haustiere abzuwischen.
Böden oder Sofabezüge, auf denen Speichelspuren zurückbleiben, sollten regelmäßig gewaschen werden, um die Vermehrung von Bakterien zu minimieren.
04Nutzung von Dental-Snacks und Kauerspielzeug
Das Kauen trägt dazu bei, Plaque physisch von der Zahnoberfläche zu entfernen und fördert den Speichelfluss, was die Selbstreinigung unterstützt. Obwohl Basset Hounds mittelgroße Hunde sind, haben sie relativ starke Kieferkraft, daher sind langlebige Dental-Kauartikel oder natürliche Rindsleder-Kausnacks gut geeignet.
- Wählen Sie Dental-Snacks mit VOHC-Zertifizierung (Veterinary Oral Health Council)
- Vorsicht bei zu harten Knochen oder Hirschgeweih – diese bergen ein Risiko für Zahnfrakturen
- Reinigen Sie Kauspielzeug 1–2 Mal pro Woche in kochendem Wasser, um die Hygiene zu gewährleisten
Achten Sie darauf, dass Snacks nicht mehr als 10 % der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen, und begrenzen Sie die Kauzeit auf etwa 10–15 Minuten pro Sitzung, um eine Überlastung des Kiefergelenks zu vermeiden.
05Checkliste für die tägliche Maulpflege zu Hause
- Täglich: Zähne und Zahnfleisch mit einer Zahnbürste oder Fingerzahnbürste reinigen
- Täglich: Nach den Mahlzeiten Maulbereich, Kinn und Ohrenspitzen mit einem Handtuch abwischen
- 2–3 Mal pro Woche: Innenseite der langen Ohren vorsichtig mit Reinigungstüchern säubern
- 2–3 Mal pro Woche: Zahnpflegesnacks oder Kausspielzeug anbieten
- 1 Mal pro Monat: Selbstkontrolle der Maulhöhle (Zahnfleischfarbe, Zahnsteinbildung, Maulgeruch)
- 1–2 Mal pro Jahr: Professionelle Zahnreinigung und tierärztliche Mauluntersuchung in der Tierklinik
Wenn Sie die Maulpflege zu Hause noch einfacher gestalten möchten, können Sie spezielle Produkte wie ANITOK Care verwenden. Diese lassen sich mühelos in den Alltag integrieren und sind auch für vielbeschäftigte Tierhalter unkompliziert anzuwenden.
06Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnsteinentfernung
Die häusliche Pflege allein kann Zahnstein, der sich tief unter dem Zahnfleischrand angesammelt hat, nicht vollständig entfernen. Eine professionelle Zahnreinigung in der Tierklinik 1–2 Mal pro Jahr ist für die langfristige Mundgesundheit Ihres Basset Hounds unerlässlich.
Da die Zahnsteinentfernung unter Vollnarkose durchgeführt wird, können vorab Blutuntersuchungen und Herzultraschall sowie andere präanästhetische Untersuchungen erforderlich sein. Der Basset Hound ist eine Rasse mit Neigung zu Übergewicht und einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen, daher ist es sicherer, den Narkosetermin erst nach ausführlicher Rücksprache mit dem Tierarzt festzulegen.
Bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollten nicht nur die Zähne, sondern auch die Mundschleimhaut, die Zunge und der Zustand der Mandeln überprüft werden, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
· Wenn das Zahnfleisch gerötet, geschwollen ist oder blutet
· Wenn Mundgeruch plötzlich stark zunimmt oder ein fauliger Geruch auftritt
· Wenn Ihr Tier beim Kauen das Maul öffnet oder nur auf einer Seite kaut
· Wenn vermehrt Speichelfluss auftritt oder Ihr Tier sich häufig im Maulbereich kratzt
· Wenn Zähne wackeln, verfärbt oder abgebrochen sind
