Deutsche Schäferhunde besitzen ein so kräftiges Gebiss und starke Kiefermuskulatur, dass sie als Polizei- und Militärhunde eingesetzt werden. Doch aufgrund der für große Hunde typischen schnellen Zahnsteinbildung und der tiefen Maulstruktur können sie ohne systematische Pflege bereits vor dem 3. Lebensjahr an Parodontalerkrankungen leiden. Wenn Sie die Eigenschaften des Deutschen Schäferhunds – hohes Aktivitätsniveau und ausgeprägter Kautrieb – verstehen, können Sie auch zu Hause eine wirksame Routine für die Maulgesundheit etablieren.
01Mundstruktur und Zahnmerkmale des Deutschen Schäferhundes
Der Deutsche Schäferhund ist ein großer Arbeitshund mit 42 bleibenden Zähnen und einer starken Beißkraft. Dank seiner langen Schnauze und tiefen Mundstruktur ist er optimal für Jagd- und Wachaufgaben geeignet, allerdings kann es für Halter schwierig sein, die hinteren Backenzähne zu kontrollieren.
Insbesondere aufgrund seines Gewichts von 22–40 kg und seines hohen Aktivitätsniveaus ist der Energiestoffwechsel sehr aktiv und die Mineralkonzentration im Speichel hoch, wodurch sich Zahnstein schnell bildet. Als Hund mit doppeltem Fell kommt es während der Fellwechselperioden häufig zu Fremdkörpern im Maul, weshalb eine regelmäßige Zahnpflege zu Hause besonders wichtig ist.
Zudem hat der Deutsche Schäferhund die Veranlagung, Stress durch Kauen abzubauen. Durch eine geeignete Zahnpflegeroutine können daher gleichzeitig Verhaltensanreicherung und Mundgesundheit gefördert werden.
02Aufbau einer täglichen Pflegeroutine zu Hause
Der Deutsche Schäferhund ist eine Rasse mit hoher Trainingsbereitschaft, daher kann er, wenn das Zähneputzen von klein auf als Routine etabliert wird, auch als ausgewachsener Hund kooperativ bei der Pflege mitarbeiten. Idealerweise wird täglich, mindestens jedoch 3–4 Mal pro Woche Zähneputzen empfohlen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Zähneputzen
- Die Lippen sanft anheben und mit den Schneidezähnen und Eckzähnen beginnen
- Die Hundezahnbürste in einem 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand ansetzen und in kreisenden Bewegungen bürsten
- Auch die Innenseite der Backenzähne gründlich putzen, jedoch nicht alles auf einmal – über 2–3 Tage verteilen, damit sich der Hund daran gewöhnen kann
- Nach dem Zähneputzen mit einer kleinen Menge Wasser ausspülen oder mit sauberer Gaze abwischen
Da der Deutsche Schäferhund einen großen Kiefer hat, ist die Verwendung einer Zahnbürste mit langem Griff für große Hunde empfehlenswert, um bequem auch die inneren Bereiche zu erreichen. Beginnen Sie zunächst mit schmackhafter Enzym-Zahnpasta oder einem Gaze-Fingerling, um den Hund schrittweise an die Prozedur zu gewöhnen.
03Zahnpflege durch den natürlichen Kauinstinkt
Der Deutsche Schäferhund ist eine Rasse, die instinktiv gerne kaut. Nutzt man diese Eigenschaft, kann man auf natürliche Weise Zahnsteinentfernung und Zahnfleischmassage-Effekte erwarten.
- Natürliche Kauartikel (Hirschgeweih, Rinderhautrollen etc.): Sicher auch bei langem Kauen und mechanische Zahnsteinentfernung
- Dental-Spielzeug: Gummispielzeug mit Noppen für Spiel + Mundraumstimulation
- Frische Karotten und Sellerie: Reich an Feuchtigkeit und Ballaststoffen, wirken wie eine natürliche Zahnbürste
Allerdings sollten zu harte Knochen oder Steine vermieden werden, da Zahnfraktur-Risiko (Risse oder Brüche) besteht. Besonders bei Rassen wie dem Deutschen Schäferhund mit starker Beißkraft ist es ratsam, anstelle von übermäßig harten Kauartikeln Produkte zu wählen, die einen angemessenen Widerstand bieten und gleichzeitig die Zähne schützen.
Wenn Sie die häusliche Mundpflege noch systematischer gestalten möchten, kann es hilfreich sein, eine professionelle Heimpflege-Lösung wie ANITOK Care in Ihre Routine einzubinden.
04Ernährungs- und Flüssigkeitsmanagement
Die Mundgesundheit beginnt bei der Ernährung. Da der Deutsche Schäferhund eine große Rasse ist, können Größe und Form der Futterkroketten die Zahngesundheit beeinflussen.
Große Kroketten erhöhen die Kauaktivität und bieten einen mechanischen Zahnsteinentfernungseffekt. Sind sie jedoch zu groß, kann der Hund sie im Ganzen verschlucken – wählen Sie daher eine angemessene Größe. Bei ausschließlicher Fütterung von Nassfutter kann sich Zahnstein schneller bilden. Daher empfiehlt es sich, Trocken- und Nassfutter zu kombinieren oder die Häufigkeit des Zähneputzens zu erhöhen.
Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für den Deutschen Schäferhund aufgrund seines hohen Aktivitätsniveaus wichtig. Genügend Wasser fördert die Speichelproduktion und hilft, Bakterien im Maul auf natürliche Weise auszuspülen. Platzieren Sie Wassernäpfe an mehreren Stellen und fügen Sie im Sommer Eiswürfel hinzu, um die Wasseraufnahme zu erhöhen.
05Checkliste zur Früherkennung von Parodontalerkrankungen
Bei großen Hunden können Zahnerkrankungen schneller fortschreiten als bei kleinen Rassen. Als Halter eines Deutschen Schäferhundes sollten Sie sich eine wöchentliche Kontrolle zu Hause zur Gewohnheit machen.
- Mundgeruch ist stärker als gewöhnlich oder riecht faulig
- Zahnfleisch ist gerötet, geschwollen oder blutet
- Gelber bis brauner Zahnstein hat sich dick auf den Zähnen abgelagert
- Vermehrter Speichelfluss oder einseitiges Kauen
- Lässt Futter beim Fressen fallen oder zeigt verminderten Appetit
Deutsche Schäferhunde sind eine Rasse, die Schmerzen gut toleriert, sodass eine Erkrankung oft bereits fortgeschritten ist, wenn Symptome sichtbar werden. Die sicherste Vorbeugung ist eine professionelle Zahnsteinentfernung und Zahnkontrolle beim Tierarzt alle 6 Monate bis 1 Jahr.
06Wichtige Punkte der Maulhygiene nach Lebensalter
Welpenalter (2–12 Monate)
Dies ist die Phase, in der die Milchzähne durch bleibende Zähne ersetzt werden. Wenn Milchzähne nicht rechtzeitig ausfallen, kann dies zu Problemen bei der Anordnung der bleibenden Zähne führen. Stellen Sie daher ausreichend Zahnungsspielzeug zur Verfügung und überprüfen Sie, ob noch Milchzähne vorhanden sind. Wenn Sie in dieser Phase eine Zahnputzroutine etablieren, wird die lebenslange Pflege deutlich einfacher.
Erwachsenenalter (1–7 Jahre)
Dies ist die aktivste Phase, in der sich auch Zahnstein am schnellsten bildet. Beugen Sie Parodontalerkrankungen durch tägliches oder zweitägliches Zähneputzen, ergänzende Dentalsnacks und regelmäßige Kontrolluntersuchungen vor. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund nach dem Training ausreichend Wasser trinkt, um den Spüleffekt im Maul zu erhöhen.
Seniorenalter (ab 8 Jahren)
Zahnfleischrückgang und Zahnabnutzung beginnen. Da Zähne wackeln oder ausfallen können, verwenden Sie eine weiche Zahnbürste und eine milde Zahnpasta. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt das Narkoserisiko vor und nach einer Zahnsteinentfernung. Je älter der Hund ist, desto direkter wirkt sich die Mundgesundheit auf die allgemeine Gesundheit aus, weshalb sorgfältige Beobachtung erforderlich ist.
· Wenn das Zahnfleisch blutet, stark geschwollen ist oder Eiter sichtbar wird
· Wenn Zähne locker sind oder Anzeichen von Brüchen vorhanden sind
· Wenn der Mundgeruch plötzlich schlimmer wird und Ihr Tier das Futter verweigert oder nur auf einer Seite kaut
· Wenn das Gesicht anschwillt, der Bereich unter den Augen geschwollen ist oder Schmerzreaktionen gezeigt werden
