Die aufrecht stehenden Ohren des Dobermanns sind geradezu ein Wahrzeichen der Rasse. Doch unabhängig davon, ob eine Ohrkupierung durchgeführt wurde oder nicht, sind die Ohren aufgrund des kurzen Fells und des aktiven Temperaments anfällig für äußere Reize und Feuchtigkeit im Gehörgang. Da Otitis externa bei Vernachlässigung leicht chronisch werden kann, sind regelmäßige Beobachtung und Heimpflege durch den Halter von größter Bedeutung.
01Anatomische Merkmale der Dobermann-Ohren und Pflegehinweise
Beim Dobermann werden traditionell häufig die Ohren durch eine Kupierung (Ear Cropping) aufgerichtet. Ohne Kupierung klappen die Ohren nach vorne und bedecken den Gehörgang, wodurch die Belüftung eingeschränkt wird und sich leicht Feuchtigkeit und Fremdkörper ansammeln können. Bei kupierten Ohren hingegen stehen die Ohren aufrecht, was eine gute Belüftung ermöglicht, jedoch können sie direkt Staub, Pollen, kaltem Wind und anderen äußeren Einflüssen ausgesetzt sein und dadurch empfindlicher werden.
Zudem ist der Dobermann mit einem Körpergewicht von 30–40 kg ein großer Hund mit hohem Aktivitätsniveau und ausgeprägtem Wachhund-Temperament, sodass die Ohren bei Spaziergängen oder beim Training häufig mit Erde, Grassamen und ähnlichem in Berührung kommen. Aufgrund des kurzen, glatten Fells ist auch die Haut rund um die Ohren dünn und empfindlich, weshalb nicht nur das Ohrinnere, sondern auch der Zustand der Ohrmuschel (Pinna) beobachtet werden sollte.
Allgemein gilt der Dobermann als Rasse mit erhöhter Anfälligkeit für Außenohrentzündungen (Otitis externa), und insbesondere bei Begleiterkrankungen wie Allergien oder Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann das Risiko für Rückfälle erhöht sein.
02Frühe Anzeichen einer Otitis externa erkennen
Dobermänner haben ein wachsames Wesen und neigen dazu, Schmerzen nicht zu zeigen, weshalb Ohrenbeschwerden von Haltern oft spät bemerkt werden. Wenn auch nur eines der folgenden Symptome auftritt, sollten Sie die Ohren Ihres Hundes sorgfältig untersuchen.
- Häufiges Kopfschütteln oder Neigen des Kopfes zur Seite
- Kratzen der Ohren mit den Hinterpfoten oder Reiben am Boden bzw. an der Couch
- Ungewöhnlicher Geruch aus den Ohren (säuerlich oder gärig)
- Rötung oder Entzündung im Ohrinneren oder braun-schwarzer Ausfluss
- Empfindliche Reaktion oder Lautäußerungen beim Berühren der Ohren
Bei Dobermännern mit kupierten Ohren sind die Ohren aufgestellt, wodurch die visuelle Untersuchung relativ einfach ist. Es empfiehlt sich daher, 2–3 Mal pro Woche einen kurzen Blick ins Ohrinnere zu werfen.
03Tägliche Ohrenreinigungsroutine und richtige Methode
Die Ohren des Dobermanns sollten idealerweise 1–2 Mal pro Woche regelmäßig gereinigt werden. Übermäßige Reinigung kann das pH-Gleichgewicht im Inneren des Ohres stören und Entzündungen verursachen. Reinigen Sie daher nur zusätzlich, wenn auffällig viel Sekret sichtbar ist oder ein Geruch auftritt.
Richtige Reihenfolge der Ohrenreinigung
- Geben Sie ausreichend (2–3 ml) speziellen Ohrenreiniger für Hunde in den Gehörgangseingang
- Massieren Sie sanft den unteren Teil des Ohres (Basis des äußeren Gehörgangs), damit der Reiniger tief eindringen kann
- Lassen Sie Ihren Hund den Kopf schütteln, damit Fremdkörper auf natürliche Weise ausgeschieden werden
- Wischen Sie nur das Sekret ab, das an der Ohrmuschel und am Eingang des äußeren Gehörgangs austritt, mit sauberer Gaze oder einem Wattepad
- Führen Sie Wattestäbchen nicht tief ins Ohr ein, sondern verwenden Sie sie nur zur Reinigung der gefalteten Oberfläche der Ohrmuschel
Die Verwendung sanfter Ohren- und Hautpflegeprodukte für zu Hause wie ANITOK Care kann helfen, Fremdkörper zu entfernen und gleichzeitig das pH-Gleichgewicht ohne Alkohol aufrechtzuerhalten. Wenn jedoch Eiter aus dem Ohr austritt oder ein starker Geruch auftritt, sollten Sie umgehend eine Tierklinik aufsuchen.
04Ohrenpflege und Nachsorge nach der Ohrkupierung beim Dobermann
Bei Dobermännern, die kupiert wurden, müssen die Ohren 6–12 Monate nach dem Eingriff mit Tape und Stützen versorgt werden, damit sie korrekt aufrecht stehen. Während dieser Zeit ist die Hygiene sowohl des Ohrinneren als auch der Haut im Operationsbereich sehr wichtig.
Jedes Mal, wenn das Tape entfernt wird, sollten das Ohrinnere und der Bereich um die Nahtstellen sanft gereinigt werden. Prüfen Sie, ob sich Sekret oder Krusten gebildet haben. Unmittelbar nach der Operation sollten Desinfektionsmittel oder Salben, die vom Tierarzt verschrieben wurden, genau nach Anweisung verwendet werden. Sobald die Erholungsphase beginnt, wird im Allgemeinen empfohlen, einmal wöchentlich eine schonende Pflege mit einem reizfreien Reiniger fortzusetzen.
Während der Tapingphase kann sich leicht Feuchtigkeit ansammeln, daher sind das vollständige Trocknen des Ohrinneren nach dem Baden und die Einhaltung der Tape-Wechselintervalle entscheidend für die Infektionsprävention.
05Management der Lebensumgebung zur Vorbeugung wiederkehrender Ohrenentzündungen
Da Dobermänner eine Rasse mit hohem Aktivitätsniveau sind, die gerne Aktivitäten im Freien genießt, hat die Kontrolle von Umweltfaktoren einen großen Einfluss auf die Vorbeugung von Ohrenentzündungen.
- Überprüfen Sie nach Spaziergängen die Umgebung und das Innere der Ohren leicht und entfernen Sie sofort Grassamen oder Schmutz, falls vorhanden
- Nach dem Baden oder Schwimmen wischen Sie die Feuchtigkeit im Inneren der Ohren mit weicher Gaze ab und trocknen Sie die Ohren aus der Entfernung mit einem Föhn auf schwacher Stufe und niedriger Temperatur
- Halten Sie die Luftfeuchtigkeit im Innenbereich bei 50-60% und stellen Sie sicher, dass die Klimaanlagenluft im Sommer nicht direkt auf die Ohren trifft
- Wenn eine Allergie vermutet wird, wechseln Sie das Futter zu einer Diät mit einem einzigen Protein, und passen Sie während der Pollensaison die Spaziergangszeiten an
Da bei Dobermännern unter Stress die Immunität sinken kann und Ohrenentzündungen wiederkehren können, ist es auch wichtig, die allgemeine Kondition durch ausreichend Bewegung und geistige Stimulation (Nasenarbeit, Gehorsamstraining usw.) zu managen.
06Maßnahmen bei Verdacht auf Allergien oder chronische Ohrenentzündung
Bei Dobermännern können Ohrenentzündungen chronisch und wiederkehrend verlaufen, wenn Grunderkrankungen wie Futtermittelallergien, Atopie oder Schilddrüsenunterfunktion vorliegen. Wenn Ihr Hund sich mehr als einmal pro Woche am Ohr kratzt oder trotz Reinigung mit einem Ohrreiniger innerhalb von 2–3 Tagen erneut Sekret auftritt, ist es wahrscheinlich, dass es sich nicht nur um ein hygienisches Problem handelt.
In diesem Fall sollte in der Tierarztpraxis eine Ohrzytologie (Zelluntersuchung) durchgeführt werden, um bakterielle, Hefe- oder Milbeninfektionen festzustellen. Bei Bedarf können Blutuntersuchungen zur Überprüfung von Allergien oder Hormonstörungen erforderlich sein. Je nach tierärztlicher Verordnung werden Antibiotika, Antimykotika oder Steroide eingesetzt, und eine konsequente häusliche Pflege parallel zur medikamentösen Behandlung kann helfen, Rückfällen vorzubeugen.
Bei chronischen Ohrenentzündungen ist häufig eher das „Management" als die vollständige Heilung das Ziel, weshalb die geduldige Aufrechterhaltung einer Pflegeroutine durch den Halter von größter Bedeutung ist.
· Wenn gelber oder grüner Eiter oder blutiger Ausfluss aus dem Ohr austritt
· Wenn ein starker Geruch vorhanden ist oder das gesamte Ohr geschwollen ist und sich warm anfühlt
· Wenn Ihr Hund den Kopf nur zu einer Seite neigt oder das Gleichgewicht verliert und torkelt
· Wenn Ihr Hund aggressiv reagiert oder jault, wenn Sie versuchen, das Ohr zu berühren
· Wenn sich die Symptome trotz häuslicher Pflege über eine Woche hinaus nicht bessern oder häufig wiederkehren
