Der Bichon Frisé wird für sein Aussehen wie ein „lebendiger Wattebausch" geliebt – doch Halter wissen genau: Dieses flauschige weiße Fell verfilzt schnell, und die Haut ist äußerst empfindlich. Anders als bei anderen Rassen haart der Bichon kaum, was Vorteile bringt – aber umso wichtiger macht es regelmäßiges Bürsten und die aufmerksame Beobachtung der Haut. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Struktur des rassetypischen lockigen Doppelfells zu verstehen und zeigt evidenzbasierte Fell- und Hautpflege-Maßnahmen, die Sie zu Hause umsetzen können.
01Die Besonderheiten des Bichon Frisé-Fells: Warum kommt es häufig zu Verfilzungen und Hautproblemen?
Der Bichon Frisé ist eine Rasse mit lockigem Doppelfell, nicht mit einfachem Fell (Single Coat). Die Unterwolle (Undercoat) ist weich und dicht, während das Deckhaar (Topcoat) in federartig gekräuselter Form wächst. Dank dieser Struktur fallen ausgefallene Haare nicht zu Boden, sondern bleiben im Fell hängen, weshalb die Rasse als „wenig haarend" gilt – jedoch führt mangelnde Pflege zu starken Verfilzungen (Matten) und schlechter Luftzirkulation.
Darüber hinaus hat der Bichon eine höhere Veranlagung für allergische Dermatitis und Atopie, wobei die Haut unter dem weißen Fell leicht gerötet werden oder Schuppen entwickeln kann. Bei starker Talgproduktion und Feuchtigkeitsansammlung steigt zudem das Risiko einer Malassezia-Hefepilzvermehrung, weshalb Fellpflege nicht nur eine Frage der Ästhetik ist, sondern eine zentrale Routine zum Schutz der Hautgesundheit darstellt.
02Tägliches Bürsten – Wie pflegt man das weiße Fell ohne Verfilzungen?
Das lockige Fell des Bichons erfordert mindestens 4–5 Mal pro Woche, idealerweise täglich Bürsten. Bürsten Sie mit einer Slicker-Bürste Schicht für Schicht von der Unterwolle bis zum Deckhaar nach oben und kontrollieren Sie abschließend mit einem Edelstahlkamm, ob Verfilzungen vorhanden sind.
- Nacken, Achseln und Innenseiten der Hinterbeine sind Bereiche mit starker Reibung, in denen Verfilzungen am schnellsten entstehen.
- Sprühen Sie vor dem Bürsten ein leichtes Grooming-Spray oder Wasser auf, um statische Aufladung zu reduzieren und Haarschäden vorzubeugen.
- Bereits verfilzte Stellen sollten nicht mit Gewalt gebürstet werden – lösen Sie diese vorsichtig mit den Fingern, bevor Sie bürsten.
Schon 5–10 Minuten täglich können die Belüftung der Haut verbessern und die Ansammlung von Hautschuppen und Talg im Fell reduzieren, was zur Vorbeugung von Hauterkrankungen beitragen kann.
03Baderoutine: 3 Schritte zum Schutz des weißen Fells und zur Beruhigung der Haut
Schritt 1: Gründliches Bürsten vor dem Bad
Verknotetes Fell wird im nassen Zustand noch fester und schwerer zu entwirren. Bürsten Sie vor dem Baden unbedingt den gesamten Körper gründlich durch, um Verfilzungen zu entfernen.
Schritt 2: Schutz der Hautbarriere mit mildem Shampoo
Da Bichons empfindliche Haut haben, verwenden Sie ein pH-ausgewogenes (leicht saures), duftstofffreies, mildes Hundeshampoo. Schäumen Sie das Shampoo in Ihren Handflächen auf, massieren Sie es sanft in die Haut ein und spülen Sie gründlich aus, damit keine Rückstände zurückbleiben. Wenn Sie sich Sorgen über Verfärbungen des weißen Fells machen, werden üblicherweise Shampoos mit Teebaumöl- oder Haferflocken-Inhaltsstoffen empfohlen.
Schritt 3: Vollständiges Trocknen mit gleichzeitigem Bürsten
Nach dem Abtrocknen mit dem Handtuch muss das Fell unbedingt mit einem Föhn bis in die Unterwolle zu 100 % getrocknet werden. Verbleibende Feuchtigkeit kann zur Vermehrung von Hefepilzen und zu Geruchsbildung führen. Wenn Sie während des Föhnens das Fell mit einer Slicker-Bürste glätten, werden die Locken sanft geordnet und das Volumen kommt zur Geltung.
04Ernährung und Fellgesundheit: Unterstützung für weißes Fell und Haut von innen
Ein gesundes Fell wird aufrechterhalten, wenn Nährstoffe wie essentielle Fettsäuren (Omega-3 und -6), Zink, Vitamin A und E ausgewogen zugeführt werden. Da Bichons zu Allergien neigen, wird allgemein empfohlen, getreidefreies (Grain-free) oder Einzelprotein-Futter zu wählen, um das Risiko von Futterallergien zu reduzieren.
Als Homecare-Ergänzungsmittel für Fell- und Hautgesundheit gibt es Produkte mit Silberohr-Pilz-Extrakt wie ANITOK Hair. Der Silberohr-Pilz ist ein Inhaltsstoff, der traditionell als potenziell hilfreich für die Hautfeuchtigkeit bekannt ist, und kann durch tägliche Gabe die Fellkondition von innen heraus unterstützen.
Ergänzungsmittel ersetzen jedoch nicht die Grundernährung und Pflegeroutine, und wenn eine bestimmte Hauterkrankung vermutet wird, ist es sicher, nach Rücksprache mit einem Tierarzt zu füttern.
05Regelmäßiges Grooming und hygienisches Scheren: Gelegenheiten zur Hautbeobachtung schaffen
Da das Fell des Bichons kontinuierlich wächst, ist alle 4–6 Wochen ein professionelles Grooming erforderlich. Wenn dabei gleichzeitig das hygienische Scheren rund um die Augen, zwischen den Pfotenballen und um den Analbereich durchgeführt wird, können Tränenflecken (Tear staining) und Hautentzündungen vorgebeugt werden.
Bitten Sie beim Besuch im Grooming-Salon um Feedback vom Groomer, ob „rote Flecken, Schuppen oder Gerüche auf der Haut" vorhanden sind, und beobachten Sie auch zu Hause einmal pro Woche den Hautzustand, indem Sie das Fell zur Seite schieben. Da Bichons ein dichtes Fell haben, können Hautveränderungen leicht übersehen werden – daher ist eine frühzeitige Erkennung von größter Bedeutung.
06Häufige Hautprobleme und Präventions-Checkliste
Zu den häufig gemeldeten Hautproblemen beim Bichon Frisé gehören Atopie, allergische Dermatitis, Malassezia-Dermatitis und Tränenflecken. Diese entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Umweltallergenen, Luftfeuchtigkeit und Ernährung.
- Bürsten Sie gründlich und trocknen Sie das Fell sorgfältig, um die Belüftung der Haut zu gewährleisten.
- Halten Sie die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen bei 40–60 % und waschen Sie Bettwäsche einmal pro Woche.
- Wischen Sie Tränenflecken täglich mit lauwarmem Wasser ab und prüfen Sie, ob eine Futterallergie vorliegt.
- Falls häufiges Kratzen oder Lecken auftritt, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf, um die Ursache abzuklären.
Allein durch präventive Maßnahmen lassen sich viele Hautprobleme reduzieren, und ein frühzeitiges Eingreifen verbessert die Behandlungsprognose erheblich.
· Die Haut ist gerötet und warm, es zeigt sich Ausfluss oder ein unangenehmer Geruch
· Ihr Tier kratzt oder leckt ständig eine bestimmte Stelle, wodurch Haarausfall entstanden ist
· Schuppen oder Hautschüppchen nehmen plötzlich stark zu und das Fell wirkt sehr fettig
· Tränenflecken werden dunkler und die Augenpartie ist geschwollen oder zeigt Anzeichen einer Entzündung
